Folgt ein weiteres Dürrejahr?

Der Winter zeigt sich dieses Jahr vielerorts von seiner besten Seite. Schnee und Rodel gut heißt es besonders in den Mittelgebirgen und den Alpen. Eigentlich wäre in den Skiorten Hochsaison und Skilifte, Hotels und Berghütten ausgebucht. Das winterliche Wetter ist übrigens keine Auswirkung der Corona-Krise. Die Lockdowns und die damit enorm eingeschränkten Reisetätigkeiten führen zwar zu weniger CO2-Ausstoß, das in der Atmosphäre bereits vorhandene Kohlendioxid bleibt aber im Wesentlichen weiter vorhanden und wirkt weiterhin.

Allerdings besteht die Hoffnung, dass es ein feuchtes Frühjahr gibt, dem nach den Schneefällen länger anhaltende, wechselhafte Perioden mit Regen folgen. Regenjacke, Ostfriesennerz und Gummistiefel könnten dieses Frühjahr das Straßenbild bestimmen, das teure Mobiltelephon von Apple wird dabei von einer der vielen iPhone XS Hüllen geschützt.

Im Vergleich zu den letzten Dürrejahren lässt dieser Winter berechtigte Hoffnung zu, dass 2021 die Wasservorräte im Boden besser aufgefüllt sein werden. Der Schneefall ist nämlich verbunden mit einer Schneeschmelze ab März, welche dieses Jahr weitaus größere Wassermengen in die deutschen Flüsse leiten wird als die letzten drei Jahre. Damals waren die Winter zu trocken und der darauffolgende Frühling ebenso. Die Landwirte stöhnten ob der trockenen Böden und die Ernten blieben mager.

Noch ist es zu früh für verlässliche Vorhersagen, zumal die Wettermodelle aufgrund ihrer vielen Komponenten, die es zu berücksichtigen gilt, eher ungenau daherkommen. Aber seit zwei Jahrzehnten gehen trockenen Sommern eben trockene Winter voraus. Der April verliert immer mehr seine Launenhaftigkeit und zeigt sich von seiner freundlichen Seite. Seit 13 Jahren nun schon fehlt jedes Jahr etwas Niederschlag im bundesweiten Schnitt. Am härtesten trifft es dabei Sachsen, dort fiel nur einmal in den letzten 23 Jahren mehr Regen als im langjährigen Mittel. 2007 fiel der Monat besonders trocken aus.



Die mehrjährige Dürre ist auf den Deutschlandkarten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig besonders gut zu erkennen. Viele Regionen waren im letzten Frühling dunkelrot eingefärbt, mithin die Farbgebung für die höchste Stufe der Trockenheit. Der Mangel an Regen wird von einer erhöhten Temperatur begleitet. Es scheint öfter die Sonne, weiteres Wasser wird schneller verdunstet. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Teufelskreis dieses Jahr durchbrochen werden kann.

Die Besserung der Lage hängt aber nicht nur mit einer angenommenen Zunahme der regionalen Niederschläge ab. Übergreifend war für die Dürre der letzten Jahre ein stabiles Hoch über dem Atlantik verantwortlich. Dadurch wurden die meisten Niederschläge an Mitteleuropa vorbei geleitet. Wenn es dieses Jahr wieder zu einer ähnlichen Großwetterlage kommen sollte, dann stellen sich die Wasser der winterlichen Niederschläge als ein Tropfen auf dem heißen Stein heraus.

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