Klimawandel macht Bier teurer

Laut einer neuen Studie der University of East Anglia (UEA) könnte der Klimawandel in Zukunft zu Engpässen bei der globalen Bierversorgung führen. Die Studie warnt, dass das zunehmende Auftreten von Dürre und Hitze weltweit zu häufigeren Ernteausfällen bei Gerste führen wird. Dies wird sich auf die Versorgung mit Bier auswirken und letztlich einen Anstieg der Bierpreise bewirken.

In den letzten Jahren hat die Bierproduktion etwa 17% der weltweiten Gerstenernte verbraucht. Dieser Anteil variiert aber stark von Land zu Land. So werden in Brasilien 83%, in Australien nur 9% der Gerste für die Bierproduktion genutzt. Die Studie kommt zu durchschnittlichen Ertragsverlusten von 3% bis 17%, abhängig von der Schwere der Dürre- und Hitzeperioden.

Die Ergebnisse zeigen, dass der weltweite Bierkonsum während schwerer Dürreperioden um 16% oder 29 Milliarden Liter sinken würde – in etwa so viel wie der gesamte jährliche Bierkonsum in den USA – und dass sich die Bierpreise im Durchschnitt verdoppeln würden. Selbst bei weniger starken Dürreperioden sinkt der Bierkonsum um 4% und die Preise steigen um 15%.

Die Studie zeigt außerdem, dass der gesamte Bierkonsum in den Ländern, die in den letzten Jahren volumenmäßig das meiste Bier konsumiert haben, am stärksten unter dem Klimawandel zurückgeht. Zum Beispiel fällt die Menge, die in dem derzeit größten Verbraucherland China verbraucht wird, stärker als in jedem anderen Land, wenn die Schwere der Extremereignisse zunimmt, und zwar um bis zu 4,34 Milliarden Liter.

Im Großbritannien könnte der Bierkonsum um 0,37 bis 1,33 Milliarden Liter sinken, während sich der Preis sogar verdoppeln könnte. Der Verbrauch in den USA könnte um 1,08 bis 3,48 Milliarden Liter sinken. Die Forscher fanden zudem, dass das Angebot an Gerste in Jahren mit starken Dürreperioden in Belgien, Tschechien und Deutschland mit 27 bis 38% am stärksten zurückgehen wird.

Länder mit einem bereits geringeren Bierverbrauch werden vermutlich einen weiteren deutlichen Rückgang erfahren: Die Menge des in Argentinien konsumierten Biers könnte im Extremfall um 32% oder 0,53 Milliarden Liter zurückgehen. Selbst bei weniger schweren Dürreperioden nimmt der Bierkonsum in Argentinien und Kanada um 0,27 Milliarden Liter (16%) und 0,22 Milliarden Liter (11%) ab.

Länder, in denen Bier derzeit am teuersten ist, wie Australien und Japan, werden vermutlich einen weniger deutlichen Preisanstieg erleben. Änderungen des Bierpreises in einem Land werden von der Bereitschaft der Verbraucher bestimmt, mehr für Bier zu zahlen als weniger zu verbrauchen, so dass die größten Preissteigerungen in relativ wohlhabenden und historisch Bier liebenden Ländern wie zum Beispiel Deutschland konzentriert sind.


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