Baumringe zeigen: Heutige Erwärmung nicht ungewöhnlich

Forscher der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Stockholm-Universität haben Baumringe von Bergkiefern aus den spanischen Pyrenäen ausgewertet und interessante Ergebnisse gefunden: Zu Beginn des 15. Jahrhunderts hat es höchstwahrscheinlich ähnliche Temperaturen wie heute gegeben.

Die Forscher untersuchten 13 sowohl abgestorbene als auch lebende Bergkiefern, die bis zu 1000 Jahre alt waren. Das Verhältnis der Kohlenstoffisotope 13C und 12C („δ13C„) im Holz der Kiefern ist abhängig von der Temperatur zum Zeitpunkt des Wachstums der Baumringe. Für die Zeit nach 1900 setzten die Forscher diese Daten ins Verhältnis zu vorliegenden Temperaturmessungen und leiteten damit eine Rekonstruktion der Temperatur zurück bis ins Mittelalter ab.

Baumringe Pyrenäen

Die rote Kurve im oberen Teil der Abbildung zeigt das Ergebnis der Untersuchungen. Da die Bergkiefern in den Pyrenäen hauptsächlich in den Monaten Juni, Juli und August wachsen, liefert die Rekonstruktion im Prinzip nur Informationen zu den mittleren Temperaturen in diesen drei Sommermonaten. Für die Zeit vor 1260 liegen nur sehr wenige Proben vor, deswegen sind diese Daten nicht sehr zuverlässig und gestrichelt dargestellt.

Am Ende der Kurve sind ab dem Jahr 1900 in schwarz die gemessenen Temperaturen zu sehen. Die grünen und blauen Kurven im unteren Teil zeigen zwei andere Rekonstruktionen aus Veröffentlichungen in den Jahren 2008 und 2012. Diese passen ab 1900 nicht sehr gut zu den gemessenen Temperaturen, so dass auch die Werte in der Vergangenheit zweifelhaft erscheinen.

Die Abbildung lässt den Schluss zu, dass für die Zeit um 1400 möglicherweise höhere Temperaturen als heute geherrscht haben, zumindest in den Pyrenäen. Damit zweifelt die Studie bisherige Untersuchungen an, die gezeigt haben, dass die heutigen Temperaturen in den letzten 1.000 Jahren nicht erreicht wurden.


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