Tornado-Forscher überraschen mit neuer Studie

In der Vergangenheit gab es widersprüchliche Theorien über die Entstehung von Tornados. Allgemein anerkannt war bisher, dass sich die Wirbelstürme von oben nach unten bilden. Eine neue Studie der Ohio-University auf Basis von hochauflösenden Radardaten zeigt nun allerdings, dass sich Tornados zuerst in Bodennähe bilden. Dies könnte in Zukunft tiefgreifende Auswirkungen auf die Erstellung von Tornado-Warnungen haben.

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Das Forscherteam wies nach, dass sich Tornados tatsächlich am Boden bilden und schnell aufsteigen, entgegen der lang gehegten Hypothese, dass sich die meisten Tornados in oder unter der Wolke bilden und von oben her die Erde berühren. Der erste Hinweis darauf wurde im Mai 2011 an einem Tornado der höchsten Kategorie 5 beobachtet. Anschließend wurde dies durch Beobachtungen von mehreren anderen Tornados bestätigt, einschließlich einer sehr überzeugenden Analyse des tödlichen El Reno-Tornados vom Mai 2013 mit Hilfe von Filmaufnahmen und Radardaten.

Die gekoppelten visuellen Beobachtungen und oberflächennahen Radardaten aus dem Fall El Reno 2013 ermöglichten eine einmalige und sehr detaillierte Analyse der kompletten Entstehung des Tornados. Die mit dem Tornado verbundene Rotation war eindeutig zuerst an der Erdoberfläche
vorhanden.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Wirbel in Tornadostärke eine Minute oder länger am Boden aktiv sein kann, bevor sich die Säule nach oben bildet und von herkömmlichem Radargeräten erfasst wird. Tornado-Warnungen werden jedoch auf der Grundlage von Radardaten ausgegeben, die Wirbelsignaturen in Wolkenhöhe aufnehmen. Dann ist der Tornado aber schon länger aktiv.

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Das Problem: herkömmliche Radargeräte können nicht über einen weiten Bereich Bodenmessungen durchführen, da sich Objekte wie Hügel, Gebäude oder Bäume im Weg befinden, die die Daten stören. Die Daten der Studie stammen vom einem speziellen mobilen Radargerät namens “RaXPol” der Universität von Oklahoma. Dieses Radargerät kann das Windfeld besonders schnell erfassen und Rotationen in verschiedenen Höhen erkennen.

In allen untersuchten Fällen bildete sich keiner der Tornados von oben nach unten. Drei entstanden von unten nach oben und einer bildete sich fast schlagartig über die gesamte Säule. Die Tornados entstanden innerhalb von nur 30 bis 90 Sekunden. Das macht eine Vorhersage nahezu unmöglich.

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