Grönland wird kälter

Unglaublich, aber wahr: Im Zeitraum 2001 bis 2015 ist die Temperatur in den eisfreien Gebieten Grönlands im Jahresdurchschnitt zurückgegangen. Das haben Forscher aus Dänemark und Norwegen herausgefunden.

Die Wissenschaftler nutzen für Ihre Untersuchung Daten des amerikanische TERRA-Satelliten, um die Temperaturen nahe der Erdoberfläche in etwa einem Fünftel der Fläche Grönlands, das nicht von Eis bedeckt ist auszuwerten. In Grönland gibt es 45 offizielle Wetterstationen des Dänischen Meteorologischen Institut (DMI). Die Satellitendaten erlauben es, die Lücken zwischen den bestehenden Wetterstationen zu schließen.

Die folgende Abbildung zeigt die Temperaturtrends in Grönland in den verschiedenen Jahreszeiten im Zeitraum 2001 bis 2015 (auf das Bild klicken für eine große Version). Besonders im Herbst (September bis November) zeigt sich eine deutliche Abkühlung. Unten rechts ist noch die Bevölkerungsdichte Grönlands dargestellt.

Diese Art der Berechnung von Temperaturtrends für größere Flächen bietet einige Vorteile gegenüber bisherigen Methoden. Mit Hilfe der Satellitendaten können Temperaturen so auch an abgelegenen Orten mit großen Lücken im Wetterstatiosnetz ohne größeren Aufwand bestimmt werden. Dies ist zum Beispiel in Sibirien oder Afrika sehr nützlich.

Die aktuelle Studie präsentiert nur Daten für die eisfreien Ränder von Grönland, aber die Methode kann überall verwendet werden, auch auf der Eisdecke. Wetterstationen können für einen Standort über viele Jahre hinweg eine sehr hohe zeitliche Auflösung liefern. Satellitendaten bieten dagegen eine geringere zeitliche Auflösung, aber ein extrem detailliertes räumliches Bild mit einer Auflösung von etwa 1 km.

 


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