Satelliten erkunden Grönlands Eis

Seit dem Jahr 1992 wird mit Radar-Satelliten global die Höhe der Land- und Eisoberfläche vermessen, damit lassen sich zum Beispiel die Eisschilde in Grönland überwachen. Diese sogenannten „Altimetrie-Missionen“ nutzen Daten der Satelliten ERS-1, ERS-2, Envisat und CryoSat-2 und haben so zu einer ununterbrochenen Zeitreihe geführt. Zurzeit liefern zwei ESA-Missionen Höhendaten von der Eisdecke Grönlands: Cryosat-2 und Sentinel-3a stellen sicher, dass die Zeitreihen fortgesetzt werden.

Die Änderung der Oberflächenhöhe ist direkt mit der Massenbilanz des Eisschildes verbunden. Sie ist ein direktes Maß für das Ungleichgewicht zwischen Atmosphäre und Eisschild und daher ein wichtiger Klimaindikator. Die folgende Abbildung zeigt die Änderung der Höhe des grönländischen Eisschildes im Zeitraum 2011 bis 2016. Die Daten sind frei verfügbar im Internet zugänglich auf der Seite des Greenland Ice Sheet CCI Projects:

Die Abbildung zeigt, dass das grönländischen Eisschild an den Rändern fast überall dünner geworden ist, zur Mitte ist jedoch oft das Gegenteil der Fall. Mit Hilfe von Satelliten lässt sich neben der Eisdicke auch die Fließgeschwindigkeit der Gletscher ableiten. Dies ist ein relativ kompliziertes Verfahren, bei dem Daten von Radar- und optischen Satelliten kombiniert werden.

Aus der Fließgeschwindigkeit kann zudem auf die Deformationsrate des Eises geschlossen werden. Beides sind Schlüsselvariablen für die Schätzung der Eismassenbilanz und wichtige Eingangsdaten für Gletschermodelle. Änderungen der Geschwindigkeit können auf wechselnde Randbedingungen hinweisen.

Auch diese Daten sind frei verfügbar auf der Website des Greenland Ice Sheet CCI Projects. Die Abbildung oben zeigt eindrucksvoll, was heute aus Satellitendaten ableitbar ist: sämtliche Gletscher Grönlands und ihre Fließgeschwindigkeit im Winter 2015/16.


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