Mehr CO2 macht die Erde nicht grüner
Lange Zeit schien es wie eine positive Nachricht im Klimawandel: Pflanzen benötigen Kohlendioxid (CO₂) für die Photosynthese, also könnte mehr CO₂ in der Atmosphäre das Wachstum von Wäldern fördern. Tatsächlich zeigen Satellitendaten und Beobachtungen, dass manche Regionen in den vergangenen Jahrzehnten grüner geworden sind. Doch eine neue Studie zeichnet ein deutlich weniger beruhigendes Bild: Zu viel CO₂ und die damit verbundene Erwärmung können Wälder letztlich schwächen und zum Absterben bringen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben untersucht, wie Wälder während des sogenannten Paläozän-Eozän-Temperaturmaximums (PETM) vor rund 56 Millionen Jahren auf einen starken Anstieg des CO₂-Gehalts reagierten. Damals erwärmte sich die Erde um bis zu acht Grad Celsius. Anhand winziger fossiler Blattstrukturen konnten die Forschenden rekonstruieren, wie dicht die damaligen Baumkronen waren und wie sich die Wälder im Verlauf der Erwärmung veränderten.
Das Ergebnis ist bemerkenswert: Zunächst führte mehr CO₂ tatsächlich zu dichterem Pflanzenwachstum. Doch dieser Effekt hielt nicht an. Mit zunehmender Erwärmung setzten Hitze, Trockenheit, Krankheiten, Schädlinge und Waldbrände den Pflanzen immer stärker zu. Schließlich verschwanden etwa 60 Prozent der Biomasse der damaligen Vegetation. Aus einer zunächst grüneren wurde eine deutlich kargere Welt.
Der entscheidende Punkt: Pflanzen brauchen nicht nur CO₂. Sie benötigen auch ausreichend Wasser, geeignete Temperaturen und Nährstoffe. Steigen die Temperaturen zu stark, kann der sogenannte CO₂-Düngungseffekt durch die negativen Folgen der Erderwärmung überkompensiert werden. Nach den Ergebnissen der Studie dürfte dieser Wendepunkt etwa um das Jahr 2000 erreicht worden sein. Seitdem überwiegen in vielen Regionen die Belastungen durch Hitze und Trockenheit. Gleichzeitig nehmen Waldbrände und das Absterben von Bäumen zu – unter anderem in Europa, Nordamerika und im Amazonasgebiet.
Besonders beunruhigend ist der Vergleich mit dem PETM, weil die heutige Veränderung wesentlich schneller abläuft. Damals wurde der zusätzliche Kohlenstoff über viele Jahrtausende freigesetzt. Heute gelangen große Mengen CO₂ innerhalb weniger Jahrzehnte durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas in die Atmosphäre. Ökosysteme haben dadurch wesentlich weniger Zeit, sich anzupassen.
Hinzu kommen Belastungen, die es damals in dieser Form nicht gab: Abholzung, Landwirtschaft, die Zersiedlung und vermehrte Waldbrände setzen den Wäldern zusätzlich zu. Die Vorstellung, fossile Brennstoffe könnten durch mehr CO₂ quasi nebenbei für eine grünere Erde sorgen, greift deshalb viel zu kurz. Wälder sind wichtige Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise, aber ihre Fähigkeit, CO₂ aufzunehmen, ist begrenzt.
Die Studie liefert damit eine wichtige Botschaft: Wer Wälder als natürliche Kohlenstoffspeicher erhalten will, muss vor allem die Ursache ihrer zunehmenden Belastung bekämpfen: die rapide steigenden Treibhausgasemissionen.

WETTER – KLIMA – UMWELT
Ist das Klima oder Wetter?
So fragen schwitzende Städter.
Der Beton wirkt hier als Therme,
heizt sich auf und speichert Wärme.
Die Omega-Wetterlage
macht Sommertage zur Plage.
Von Meck-Pomm bis nach Baden
wird die Sonne uns kräftig braten.
Die Stadt ist uns lieb und teuer;
doch zu heiß wird’s im Gemäuer,
wenn Sonne scheint ohn‘ Unterlass
und weit und breit kein kühles Nass.
Die Betonwüste braucht Oasen;
Wasserstellen und Rasen –
Bäume, die uns Schatten spenden.
Die Bodenversiegelung beenden!
An allen Straßen soll es blüh’n,
uns’re Städte brauchen mehr Grün.
Für Gesundheit und Wohlergeh’n,
lasset steh’n Bäume und Alleen.
Vielen Tieren Lebensraum,
für den Sauerstoff ein Quell,
für gesundes Klima essenziell;
das ist unser Freund, der Baum.
Ohne Bäume in Wald und Flur
wär‘ die Erde ein öder Planet nur.
Wir sehnen uns nach diesem Grün,
der Zeit, wenn wieder Bäume blüh’n.
Wir wollen wandeln durch Alleen,
das Blätterdach so wunderschön.
Jeder Baum, der zum Opfer fällt,
macht etwas ärmer uns’re Welt.
Tornados, Hitze, Wassernot;
Feuer wüten in Wald und Flur.
Das Wetter gerät aus dem Lot,
Klimawandel zieht seine Spur.
Borkenkäfer in der Kiefer,
auch zur Fichte zieht Geziefer.
Statt sattes Grün und Waldeslust,
kranke Bäume und Försters Frust.
Profitgier lässt Wälder schwinden,
fördert weltweit Umweltsünden.
Die grüne Lunge des Planeten
in Gefahr, da hilft kein Beten.
Zu viele Buchen und Eichen
mussten schon der Kohle weichen.
Retten wir den herrlichen Wald,
bewahren die Artenvielfalt.
Kämpfen wir für Mutter Erde,
dass sie nicht zur Wüste werde.
Man produziert und produziert,
plündert Ressourcen ungeniert.
Gewinnmaximierung ist Pflicht,
die intakte Natur zählt nicht.
Börsenkurse steh’n im Fokus,
Umweltschutz in den Lokus.
Plastikflut und Wegwerftrend,
man konsumiert permanent.
Von Müllvermeidung keine Spur,
Unrat verschandelt Wald und Flur.
Unser westlicher Lebensstil
taugt nicht als Menschheitsziel.
Die Jagd nach ewigem Wachstum
bringt letztlich den Planeten um.
Das oberste Gebot der Zeit
muss heißen Nachhaltigkeit.
Statt nur nach Profit zu streben,
im Einklang mit der Natur leben.
Der Mensch, dieses kluge Wesen,
kann im Gesicht der Erde lesen.
Er sieht die drohende Gefahr,
spürt die Erwärmung Jahr für Jahr.
Homo sapiens muss aufwachen,
seine Hausaufgaben machen.
Wir alle stehen in der Pflicht,
maßvoll leben ist kein Verzicht.
Teilen und Second Hand der Trend,
Repair vor Neukauf konsequent.
Bei allem etwas Enthaltsamkeit,
nehmen wir uns die Freiheit.
Mit Tempolimit auf der Autobahn
und Emissionshandel ist’s nicht getan.
Für Energieerzeugung und Verkehr
müssen zukunftsfeste Lösungen her.
Das Klima schützen, Raubbau beenden,
das Anthropozän zum Guten wenden.
Ökonomie und Ökologie im Verein,
der Blaue Planet wird uns dankbar sein.
Rainer Kirmse , Altenburg
Herzliche Grüße aus Thüringen