Klimawandel und Gewitter

Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf die Gewittertätigkeit? Oft ist zu hören, dass die Globale Erwärmung zu stärkeren Unwettern führen soll. Ist da etwas dran und welche Mechanismen führen dazu?

In unseren Breiten ist die Entstehung von Gewittern an ganz bestimmte Bedingungen geknüpft. Unwetterträchtige Gewitter benötigen mehrere Zutaten, zunächst muss in Bodennähe warme und feuchte Luft vorhanden sein. Weiter höher, in etwa 2 bis 10 km Höhe sollte dagegen kalte und trockene Luft vorherrschen. Der große Temperatur- und Feuchteunterschied sorgt dann für eine Labilisierung der Atmosphäre.

Doch diese beiden Voraussetzungen allein reichen noch nicht für die Entstehung eines Gewitters. Um kräftige Konvektion, also Wolkenbildung auszulösen, muss die feuchtwarme Luft angehoben werden, dies kann durch geographische Gegebenheiten wie ein Gebirge oder an Wetterfronten geschehen, wo sich kalte Luft unter warme schiebt und diese anhebt. Gefährlich wird es vor allem, wenn zusätzlich der Wind mit der Höhe dreht und gleichzeitig stark zunimmt, also eine starke Windscherung auftritt. Dann geraten die aufsteigenden Luftmassen in Rotation und Tornados können sich bilden.

Mit Hilfe von Klimamodellen lässt sich ausrechen, in welchen Regionen der Erde besonders häufig diese Bedingungen für die Entstehung von schweren Gewittern erfüllt sind. Das Ergebnis zeigt die folgende Abbildung (Quelle: Harold Brooks/Climatecentral.org):

Gewitterwahrscheinlichkeit

Die am meisten gefährdeten Gebieten liegen vor allem in Nordamerika, dort wo auch am häufigsten Tornados beobachtet werden, aber auch in Südamerika und Südafrika gibt es recht häufig Bedingungen für starke Gewitter. In Europa sind vor allem Spanien und Italien betroffen. In Deutschland besteht im Südwesten das größte Gewitter- und Blitzrisiko wie hier zu lesen ist.

Doch wie wird sich dies mit der Globalen Erwärmung ändern? Zunächst ist damit zu rechnen, dass der Feuchtegehalt in der Atmosphäre zunimmt, da wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Der Energiegehalt der Luft dürfte damit ebenfalls zunehmen. Da sich aber die Pole schneller erwärmen als die Tropen, nimmt der Temperaturunterschied und damit auch die Windscherung ab.

Verschiedene Modellrechnungen haben gezeigt, dass die Energiezunahme durch den steigenden Feuchtegehalt deutlich stärker ausgeprägt ist als die Abnahme der Windscherung. Dies deutet auf eine mögliche Zunahme von schweren Gewittern in der Zukunft hin. Allerdings zeigen aktuelle Zahlen, dass zumindest bei der Anzahl der Tornados in den USA derzeit keine Tendenz feststellbar ist.


1 Antwort

  1. 19. Februar 2018

    […] im oberen Bereich der Prognosen entwickeln. Damit stellt diese Studie die Zuverlässigkeit früherer Vorhersagen zur zukünftigen Blitzaktivität in […]

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