Satelliten beobachten Vulkane

Ein europäisches Team von Wissenschaftlern arbeitet derzeit an einem Projekt, um jeden an Land befindlichen Vulkan der Erde aus dem Weltraum zu überwachen. Zwei Satelliten werden routinemäßig die Oberfläche unseres Planeten überwachen und nach Zeichen suchen, die auf einen zukünftigen Ausbruch hindeuten könnten.

Die Satelliten spüren Veränderungen in der Form des Erdbodens auf. Wenn ein Vulkan aktiv zu werden droht, kann so Alarm ausgelöst werden. Etwa 1.500 Vulkane weltweit sind potenziell aktiv, aber nur ein paar Dutzend werden derzeit überwacht. Bevor ein Vulkan ausbricht, erhebt sich Magma von tief unter der Erde, dadurch hebt sich die Erdoberfläche. Gewöhnlich beginnt der Prozess an der Flanke eines Vulkans oder am Kraterrand. Für das Auge sind die Änderungen kaum sichtbar, sie können aber vom Weltraum aus beobachtet werden.

Der Schlüssel zur Überwachung sind die beiden Sentinel-1-Radarsatelliten des Copernicus-Projektes der Europäischen Union. Diese zwei Satelliten überfliegen regelmäßig die gesamte Landoberfläche der Erde. Durch den Vergleich von aufeinanderfolgenden Sentinel-Bildern können mit Hilfe der sogenannten Radar-Interferometrie kleinste Veränderungen der Oberfläche eines Vulkans verfolgt werden, und zwar in der Größenordnung von nur wenigen Millimetern.

Diese Technik gibt es schon seit über 20 Jahren, aber sie ist bisher nur rückwirkend verwendet worden, um zu verstehen, was bei einem Vulkan passiert ist, nachdem er ausgebrochen ist. Mit dem neuen Projekt werden nun erstmals solche Daten in nahezu Echtzeit ausgewertet, um Prognosen zu erstellen.

Bei verdächtigen Änderungen wird eine Warnung für die Wissenschaftler ausgegeben. Dies bedeutet noch nicht, dass eine Eruption unmittelbar bevorsteht ist, sondern soll sicherstellen, dass die Ortschaften in der unmittelbaren Umgebung des Vulkans vorgewarnt werden können. Vulkane, die am wenigsten überwacht werden, sind bei einem Ausbruch oft am gefährlichsten, da die Menschen nicht rechtzeitig alarmiert werden und sich so nicht in Sicherheit bringen können.

COMET, das „Centre for Observation and Modelling of Earthquakes, Volcanoes and Tectonics“ hat in Island das neue Monitoring-System erfolgreich gestest. Nun läuft es als Prototyp für ganz Europa und in Teilen Asiens. Der nächste Schritt ist, die automatisierte Erkennung von Bodenverformungen auf Afrika sowie Mittel- und Südamerika auszudehnen. Diese Regionen haben einige sehr große, explosive Vulkane, die nur sehr begrenzt vor Ort überwacht werden. So gibt es in Ecuador etwa 80 Vulkane, von denen vier zu einem beliebigen Zeitpunkt ausbrechen können. Hier sind kaum Experten vor Ort, um alles im Auge zu behalten.

 


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