NOAA startet El-Niño-Messkampagne

Bis heute ist das globale Wetterphänomen El Niño nicht vollständig verstanden und Vorhersagen sind deswegen nur für relativ kurze Zeit erfolgversprechend. Die amerikanische Wetter- und Ozeanbehörde NOAA nutzt nun das aktuelle, starke El-Niño-Ereignis für eine einzigartige Messkampagne, um dieses Wetterphänomen besser zu verstehen. Da El Niño auch Auswirkungen auf das Wetter in den USA hat, gibt es dort ein großes Interesse hierüber zu forschen.

Die Messkampagne „El Niño Rapid Response (ENRR)“ erstreckt sich vom zentralen über den östlichen tropischen Pazifik bis nach Kalifornien. Mit verschiedenen Messgeräten werden Daten im Zeitraum von Januar bis März 2016 gesammelt:

El Niño Rapid Response (ENRR) Kampagne

Zum Einsatz kommen unter anderem das Forschungsflugzeug „NOAA G-IV“ (oben links im Bild), das etwa 20 Forschungsflüge von Honolulu, Hawaii starten und dabei meteorologische Messungen vom Flugzeug aus sowie mit Hilfe von Dropsonden durchführen wird.

Die NASA unterstützt die Kampagne mit der Drohne „Global Hawk UAS“ (oben rechts im Bild), die im Rahmen des „SHOUT“-Projektes (Sensing Hazards with Operational Unmanned Technology) mit diversen meteorologischen Sensoren ausgestattet wird und ebenfalls Dropsonden abwerfen kann. Die Drohne wird über dem Pazifik zwischen Hawaii und der kalifornischen Küste eingesetzt.

Das NOAA-Forschungsschiff „Ronald H. Brown“ (unten links im Bild) ist im östlichen tropischen Pazifik im Einsatz und wird von dort aus bis zu 8 mal täglich im Rahmen des Programms „Tropical Atmosphere Ocean“ (TAO) Radiosondenaufstiege im Zeitraum 16. Februar bis 18. März durchführen.

Desweiteren wird an der südlichen San Francisco Bay ein zusätzliches Wetterradar mit X-Band-Technologie installiert. Damit können die Niederschläge in den kritischen Region in hoher Ausflösung erfasst und den negativen Auswirkungen starker Niederschlagsereignisse besser begegnet werden.

Die NOAA erhofft sich von der Messkampagne vor allem bessere Vorhersagen zu den Winterstürmen in den USA und den heftigen Regenfällen, die häufig die Westküste der USA während eines starken El Niño heimsuchen.

Da auch die Klimamodelle heutzutage El Niño noch nicht richtig simulieren können, sind Aussagen über die zukünftigen Veränderungen dieses Phänomens im Rahmen des Klimawandels und die möglichen Auswirkungen auf das Wetter in verschiedenen Regionen der Welt deswegen bisher kaum möglich, auch das soll sich durch die Messkampagne verbessern.

Bildquelle: NOAA/ESRL.



1 Antwort

  1. 13. März 2016

    […] vom Menschen gemachten Klimawandel zu tun, sondern ist die Folge des natürlichen Wetterphänomens El Niño. Dabei ist aber nur ein Teil des Anstiegs der globalen Temperaturen eine direkte Folge der […]

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