WMO bestätigt neue Blitzrekorde

Ein Expertenkomitee der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat zwei neue Weltrekorde für den längsten Blitz und die längste Dauer eines Blitzes bestätigt. Die neuen Rekorde für “Megablitze“, die mit einer neuen Satelliten-Blitzbildtechnologie verifiziert wurden, sind mehr als doppelt so hoch wie die zuvor in den USA und in Frankreich gemessenen Werte.

Der WMO-Ausschuss für Wetter- und Klimaextreme, der offizielle Aufzeichnungen über globale, hemisphärische und regionale Extreme führt, stellte folgendes fest:

Die weltweit größte Länge für einen einzelnen Blitz ist ein Blitz, der am 31. Oktober 2018 eine horizontale Strecke von 709 ± 8 km über Teile Südbrasiliens zurücklegte. Dies entspricht der Entfernung zwischen London und der Schweizer Grenze bei Basel. Die längste Dauer eines einzelnen Blitzes beträgt 16,73 Sekunden ab einem Blitz, der sich am 4. März 2019 kontinuierlich über Nordargentinien entwickelte.

Bei den früheren Auswertungen, bei denen die Blitzdauer und -ausdehnung erfasst wurden, wurden Daten verwendet, die von bodengestützten “Lightning Mapping Array“-Netzwerken gesammelt wurden. Viele Blitzforscher räumten ein, dass es Obergrenzen für das Ausmaß von Blitzen gibt, die von den bestehenden Netzwerken beobachtet werden können. Die Identifizierung von Megablitzen jenseits dieser Extreme würde eine Blitzkartierungstechnologie mit einem größeren Beobachtungsbereich erfordern.



Jüngste Fortschritte bei der weltraumgestützten Blitzkartierung bieten die Möglichkeit, Ausdehnung und Dauer von Blitzen kontinuierlich über weite Bereiche zu messen. Zu diesen neuen Instrumenten gehören die geostationären Blitzkartierungsgeräte (GLMs) auf den US-amerikanischen Geostationären Operationellen Umweltsatelliten der R-Serie (GOES-16 und 17), die die neuen Blitzrekorde aufzeichneten.

Die Experten der WMO halten es für möglich, dass es noch größere Extreme gibt und dass diese mit der Verbesserung der Blitzortungstechnologie beobachtbar werden. Dies wird wertvolle Informationen für die Festlegung von Grenzwerten für das Ausmaß von Blitzen – einschließlich Megablitzen – für Technik, Sicherheit und wissenschaftliche Belange liefern.

Blitze sind eine große Gefahr, die jedes Jahr viele Menschenleben fordern. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass auch weit entfernte Gewitter gefährlich werden können. Allen bekannt sein sollte die “30-30-Regel“: wenn die Zeit zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden beträgt, gehen Sie ins Haus! Und warten Sie 30 Minuten nach dem letzten beobachteten Blitz, um die Aktivitäten im Freien wieder aufzunehmen.

Eine Antwort

  1. Sarah sagt:

    In letzter Zeit haben wir aber auch ganz komisches Wetter. Viel zu viele Unwetter. Sommer sieht für mich anders aus.

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