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Antarktis: Fjorde unter dem Eis

Wissenschaftler aus den USA, Großbritannien und Australien haben mit Hilfe einer speziellen Radartechnologie die erste detaillierte topografische Karte der Erdoberfläche unter dem Eisschild der östlichen Antarktis, dem sogenannten “Aurora Subglazialen Becken” erstellt. Die Karte zeigt eine der größten Fjorde der Erde, von Eis in den Fels geschnittene Kanäle, die teilweise über 1000 m tief sind (auf das Bild klicken für eine große Version):

Karte des Aurora Subglazialen Beckens

Diese detaillierten Informationen über die Topografie unter dem Eis sollen den Wissenschaftlern bei der Modellierung des Antarktischen Eisschildes helfen. Da der Grund des Aurora-Beckens teilweise mehrere Kilometer unter dem Meeresspiegel liegt, besteht die Möglichkeit, dass Meerwasser unter das Eisschild gelangt. In einem solchen Fall besteht die Gefahr, dass Teile des Eisschildes abbrechen und ins Meer rutschen.

Frühere Forschungen auf Basis von Ozeansedimenten haben gezeigt, dass die Mächtigkeit des Ostantarktischen Eisschildes in der Vergangenheit vor 34 bis 14 Millionen Jahren stark variierte, was von einer Schwankung des Meeresspiegels um 60 Meter begleitet war. Die neu erstellte Karte zeigt, dass sich der Eisschild in der Vergangeheit zeitweise mehrere Hundert Kilometer ins Landesinnere zurückgezogen hatte. Seit etwa 14 Millionen Jahren ist der Eisschild recht stabil. Die Forscher erwarten auch für die nächsten 100 Jahre trotz Globaler Erwärmung keinen solchen dramatischen Eisrückgang wie in der Vergangenheit.


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