Neue Studie: Starke Tropenstürme werden häufiger

Eine neue Studie von Klimaforschern des MIT und der NOAA sowie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) kommt zu dem Ergebnis, dass Tropenstürme der Kategorie 3 und mehr in den letzten Jahren immer häufiger vorgekommen sind. Außerdem werden immer mehr Stürme in höheren geografischen Breiten beobachtet.

Untersucht wurden die Daten aller Tropischen Stürme, die mit Hilfe von Satellitenbildern sowie luft- und bodengestützten Messwerten seit dem Jahr 1979 gewonnen wurden. Die Daten vor 1979 sind für solche Untersuchungen nicht geeignet, da ohne Satellitendaten keine vollständige Erfassung der Stürme möglich ist. Die folgende Abbildung zeigt die relative Zunahme der Stürme seit 1980 in Abhängigkeit von der Stärke:

Die Zahlen 2 bis 5 über der Windgeschwindigkeit geben die Sturmkategorie an (Saffir-Simpson-Skala). Die Zahl der Stürme der Kategorie 2 (bis 177 km/h) hat sich seit den 1980er Jahren kaum verändert. Bei den höheren Kategorien sieht das anders aus: Stürme mit Windgeschwindigkeiten von 200 km/h kommen nun doppelt so oft vor, Stürme mit 250 km/h und mehr haben sich verdreifacht.

In fünf der sieben Sturmregionen (Westlicher Nordpazifik, Östlicher Nordpazifik, Nordindik, Südindik, Südpazifik, Karibik/Golf von Mexiko und Nordatlantik) wurden die jeweils stärksten Stürme in letzten 5 Jahren beobachtet. es ist praktisch ausgeschlossen, dass dies ein Zufall ist, auch wenn man berücksichtigt, dass ein Teil des Trends auf verbesserte Beobachtungstechniken zurückzuführen sein könnte.

Die globale Erwärmung erhöht nicht nur die Windgeschwindigkeit oder Frequenz von starken Stürmen. Der durchschnittliche Ort, an dem die Stürme ihre maximale Intensität erreichen, bewegt sich auch langsam polwärts und die Regionen, in denen Tropische Stürme auftreten, werden größer. Regionen, die bisher weniger von solchen Stürmen bedroht sind, könnten also in Zukunft häufiger betroffen sein. Dazu zählt auch Europe.

Ein Beispiel dafür ist Sturm Ophelia aus dem Jahre 2017. Dieser Sturm bildete sich weiter nordöstlich als jeder andere atlantische Hurrikan der Kategorie 3, glücklicherweise drehte er vor Portugal nach Norden ab, anders als anfangs vorhergesagt – und schwächte sich dann über kühle Gewässer ab, bevor er auf Irland traf.


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