Staub- und Sandstürme 2016

Die Weltwetterorganisation WMO gibt ab sofort jährlich einen Bericht über weltweite Staub- und Sandstürme heraus. Der „Airborne Dust Bulletin“ soll dazu beitragen, die Beobachtung und Warnungen vor Sand- und Staubstürmen zu verbessern. Diese stellen ernsthafte Risiken für die Umwelt, die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft in ariden und halbtrockenen Regionen dar.

Sand- und Staubstürme treten auf, wenn heiße Luft über der Wüste die unteren Schichten der Atmosphäre labilisiert. Dies führt zu starken Winden, die riesige Mengen an Staub und Sand aufwirbeln und Hunderte, manchmal Tausende von Kilometern transportieren. Als Maß für die Staubkonzentration in der Atmosphäre wird die aerosol-optischen Dicke genutzt. Sie war im Jahre 2016 global gemittelt ähnlich hoch wie in den Vorjahren. Die folgende Abbildung zeigt die Jahresmittelwerte für 2016 (Quelle: WMO, klicken Sie auf das Bild für eine große Version):

Die meisten Sand- und Staubstürme im Jahr 2016 konzentrierten sich auf die Hauptquellen: den Gürtel der subtropischen Wüsten der nördlichen Hemisphäre, die sich von der Sahara über die arabischen und syrischen Wüsten bis hin zur Thar-Wüste zwischen Indien und Pakistan erstrecken. Außergewöhnlich starke Sand- und Staubstürme traten im Jahr 2016 in Iran, China und in der Mongolei auf.

Erst seit dem Jahre 2003 liegen verlässliche Daten zur weltweiten Staubkonzentration vor, seitdem ist kein eindeutiger Trend zu erkennen. Jedes Jahr gelangen schätzungsweise 2.000 Millionen Tonnen Staub in die Atmosphäre. Während vieles davon auf natürliche Weise passiert, wird eine signifikante Menge durch menschlich bedingte Prozesse, insbesondere durch nicht nachhaltige Land- und Wasserwirtschaft verursacht.

Staub in der Luft kann gesundheitliche Probleme wie Atemwegserkrankungen oder Meningitis begünstigen. Sandstürme verursachen regelmäßig Schließungen von Flughäfen oder Flugausfälle sowie gefährliche Straßenverhältnisse in Wüstenregionen. Zudem haben diese negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft, aber auch auf den Klimawandel.

Die WMO hat ein Netzwerk von Zentren eingerichtet, die sich speziell um die Vorhersage von Sand- und Staubstürme kümmern. So ist zum Beispiel für Nordafrika, den Mittleren Osten und Europa das „Barcelona Dust Forecast Center“ verantwortlich, während das asiatische Zentrum von der chinesischen Meteorologischen Dienst in Peking betrieben wird. Barbados ist verantwortlich für die panamerikanische Region. Ein regionales Zentrum für Westasien und die arabische Halbinsel ist in Planung.

 


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