NASA-Forscher: Modelle besser als Messungen

Forscher der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA haben in einer neuen Studie die historischen Wetterbeobachtungen mit Klimamodelldaten verglichen und die erstaunliche Feststellung gemacht, dass die Messwerte angepasst werden müssen, um sie mit den Klimamodellen in Einklang zu bringen.

Die Wissenschaftler fanden, dass angeblich ein Fünftel der globalen Erwärmung, die in den letzten 150 Jahren aufgetreten ist, von den historischen Aufzeichnungen nicht abgebildet wird. Die Studie erklärt, warum Projektionen des zukünftigen Klimas, die ausschließlich auf historischen Wetteraufzeichnungen basieren, eine niedrigere Erwärmungsrate schätzen als die Prognosen von Klimamodellen.

Klimamodelle aus dem UNO Klimabericht 2013

Die Abbildung oben aus dem letzten IPCC-Weltklimabericht zeigt das aktuelle Problem der Klimaforscher: Die Messwerte (fette schwarze Linie) folgen nicht den Projektionen der Klimamodelle (hellblaue Linien). Nach Ansicht der NASA-Forscher gibt es im Wesentlichen drei Probleme.

Die Arktis erwärmt sich schneller als der Rest der Erde, aber es gibt zu wenig historische Temperaturmessungen von dort. Ein Datensatz mit weniger arktischen Temperaturwerten zeigt weniger Erwärmung als ein Klimamodell, das vollständig die Arktis abbildet. Da es nicht möglich ist, mehr Messungen aus der Vergangenheit hinzuzufügen, setzen die Forscher stattdessen die Klimamodelle ein, um die begrenzte Abdeckung in den historischen Aufzeichnungen zu simulieren.

Außerdem vermischen die historischen Wetteraufzeichnungen Luft- und Wassertemperaturen, während Modellergebnisse nur auf Lufttemperaturen basieren. Dieses Problem verfälscht angeblich die historischen Aufzeichnungen, so dass diese zu kalt erscheinen. Der Grund: Wasser erwärmt sich weniger schnell als Luft.

Das dritte Problem ist, dass es in der Vergangenheit deutlich mehr Meereises in der Arktis gab. Lufttemperaturen über eisbedeckten Meeresflächen wurde damals von Lufttemperaturen über nahen Landflächen abgeleitet. Als das Eis dann schmolz, wurden stattdessen Wassertemperaturen gemessen und gemeldet.

Die Forscher rechneten alle diese Phänomene aus den historischen Messwerten heraus und kamen dann zu einer sehr guten Übereinstimmung mit den Klimamodellen. Dieses Vorgehen darf man allerdings durchaus aus zweifelhaft bezeichnen, stellt es doch in gewissen Maße das grundlegende Prinzip der Naturwissenschaften auf den Kopf: Ein Modell wird entworfen und dann wird mit Hilfe von Messungen gezeigt, dass dieses Modell die Wirklichkeit abbildet.


1 Antwort

  1. 6. November 2016

    […] Wasser spielt zudem auch eine Rolle in Klimamodellen. Der Flüssigwassergehalt von Wolken bestimmt, wie stark diese Wolken Wärmestrahlung in Richtung […]

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