Klimawandel: Mehr Tote durch Hitzewellen?

Im letzten Jahr erschien eine Studie schwedischer Forscher im renommierten Magazin „Nature Climate Change“, die behaupteten, dass sich die Todeszahlen durch Hitzewellen in den letzten 30 Jahren verdoppelt haben – eine Studie, die wunderbar in die Hiobsbotschaften über den Klimawandel passt und deswegen entsprechend in der Presse viel zitiert wurde.

Sonne und AutoDoch drei US-amerikanische, kritische Klimaforscher haben der Studie auf den Zahn gefühlt und einige Ungereimtheiten gefunden. In dem ebenfalls in „Nature Climate Change“ veröffentlichten Kommentar wird bemängelt, dass zum einen nicht berücksichtigt wurde, dass die Menschen Anpassungsmaßnahmen gegen vermehrte Hitzewellen ergreifen. Zum anderen sind die beobachteten Änderungen im Klima von Stockholm nicht zwangsläufig auf den Klimawandel zurückzuführen.

Die Variabilität des dortigen lokalen Klimas wird neben der Globalen Erwärmung von mindestens zwei weiteren Faktoren beeinflusst: von der Atlantischen Multidekalen Oszillation (AMO), einem atmosphärischen Zirkulationsmuster, sowie von der Urbanisierung der Stadt Stockholm, die zu einer Verstärkung des Wärmeinseleffektes führt.

Berücksichtigt man diese Tatsachen sowie durch häufigere Hitzewellen ausgelöste Anpassungsmaßnahmen wie den verstärkten Einsatz von Klimaanlagen, Veränderungen im Verhalten der Menschen, bessere medizinische Betreuung, Gebäudeisolation und anderes, ergibt sich, dass diese Maßnahmen über die Jahre die körperlichen Belastungen durch Hitzewellen deutlich reduziert haben. Die Mortalitätsraten sind im Vergleich zum Beginn des 20. Jahrhunderts um den Faktor 4 gesunken.

Insgesamt betrachtet, übersteigen die Folgen der Anpassungsmaßnahmen sogar die Folgen der Zunahme von Hitzewellen, die Anzahl der Toten durch Hitzewellen nimmt also ab. Man kann hier sogar von einem positiven Effekt der Globalen Erwärmung sprechen, denn ohne die Zunahme von Hitzewellen wären kaum Anpassungsmaßnahmen ergriffen worden.



1 Antwort

  1. 5. März 2016

    […] Die Daten sollen von Stadtplanern genutzt werden, um bei der Bebauung die Effekte von städtischen Wärmeinseln zu vermeiden. So will die Stadt Cleveland die Daten für die Planung von Baumpflanzaktionen […]

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