Zentrum für Sand- und Staubsturmvorhersage

Vor wenigen Tagen hat der spanische Wetterdienst Aemet das “Barcelona Dust Forecast Centre” offiziell in Betrieb genommen. Diese Institution ist von der Weltorganisation für Meteorologie WMO anerkannt, um Sand- und Staubsturmvorhersagen und entsprechende Warnungen für die Regionen Nordafrika, Europa und den Mittleren Osten herauszugeben.

Das Zentrum ist eine Kooperation des staatlichen spanischen Wetterdienstes Aemet, dem Ministerium für Landwirdschaft, Nahrung und Umwelt sowie dem Barcelona Supercomputing Center (BSC-CNS). Die Vorhersagen sind im Internet frei verfügbar.

Staubsturm-Vorhersage vom Barcelona Dust Forecast Center

Weltweit sind Schätzungen zu Folge etwa 2 Milliarden Menschen in trockenen Regionen von Sand- und Staubstürmen direkt betroffen. Die gesundheitlichen Folgen solcher Stürme reichen von Atemwegsbeschwerden über Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu Augeninfektionen.

Aber auch Hirnhautentzündungen oder das sogenannte Wüstenfieber treten vermehrt auf. Desweiteren haben Sand- und Staubstürme auch Auswirkungen auf den Straßen-, Schienen- und Luftverkehr sowie auf die Landwirtschaft.

Neben den direkten Folgen, spielt Staub in Form als Aerosol eine wichtige Rolle beim Wettergeschehen und im Klimasystem, da es Auswirkungen auf die Wolkenbildung und die einfallende Sonnenstrahlung hat und sogar die Entstehung von Tropischen Wirbelstürmen beeinflussen kann. Desweiteren dient das in Staub enthaltene Eisen und Phosphor als Dünger, der sowohl für den Regenwald als auch für den Ozean eine wichtige Rolle spielt.



Zwei Rekorde: Eis und Hurrikan

In der letzten Woche wurden zwei interessante Rekorde auf dem bzw. in der Nähe des nordamerikanischen Kontinent aufgestellt.

Am 27. Mai 2014 befand sich immer noch Eis auf den Großen Seen. Laut IceAgeNow betrug die Eisbedeckung auf dem Lake Superior noch 4,3 Prozent. Damit befand sich Ende Mai so viel Eis auf den Großen Seen wie seit Anfang der Satellitenüberwachung im Jahre 1980 nicht.

Eis auf dem Lake Superior

Gleichzeitig wurden weiter landeinwärts beachtliche 29°C am Flughafen in Marquette gemessen. So konnte man am Lake Superior bei sommerlichen Sonnenbaden und gleichzeitig das Eis auf dem See bestaunen, wie das obigen Bild zeigt (Quelle: Marquette NWS Facebook-Seite und Doug Vanb).

Bei dem zweiten Rekord handelt es sich um den Hurrikan Amanda. Auch das folgende Bild stammt vom 27. Mai 2014 (Quelle: NOAA / GOES Satellit):

Hurrikan Amanada

Amanda hatte sich vor der Küste Mexikos gebildet und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit von einem Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten unterhalb 120 km/h in einen Sturm der zweithöchsten Kategorie 4. Am 25. Mai wurden beachtliche Windgeschwindigkeiten von fast 249 km/h registriert.

Amanda ist damit seit Anfang der Beobachtungen der stärkste Hurrikan im Monat Mai sowie der frühste Hurrikan der Kategorie 4 über dem Ostpazifik. Der bisherige Rekordhalter war Hurrikan Adolph aus dem Jahre 2001.



Was ist ein Firenado?

Vor wenigen Tagen verbreitete sich ein beeindruckendes Bild eines sogenannten “Firenados” im Internet. Dieses Foto wurde am 8. Mai 2014 in Chillicothe, Missouri von Janae Copelin aufgenommen:

Firenado

Ein Farmer war gerade dabei, sein Feld abzubrennen, als sich der Feuerwirbel bildete. Diese beängstigenden Feuer-Tornados sind gar nicht so selten, wie man vielleicht denken könnte. Die von dem Feuer aufsteigende Hitze beginnt zu rotieren, ein Wirbel bildet sich, der das Feuer um sich herum einsaugt. Allerdings muss die Atmosphäre instabil sein, damit sich der Wirbel halten kann.

Der erste Feuer-Tornado wurde offiziell wissenschaftlich dokumentiert in Canberra, Australien während der Buschfeuer am 18. Januar 2003. Die wissenschaftliche Bezeichnung für die Entstehung eines solchen Wirbels tauften die Forscher auf “Pyro-Tornadogenesis”. Ein Feuer-Tornado kann ebenso stark werden wie ein herkömmlicher Tornado. Der Wirbel in Australien war ein Tornado der Stärke F2, zog mit beachtlichen 30 km/h und hatte einen maximalen Durchmesser von fast 500 Metern.

Hier ist noch ein Video eines Feuer-Tornados, aufgenommen ebenfalls in Australien im Jahre 2012:



Klimawandel: Mehr Tote durch Hitzewellen?

Im letzten Jahr erschien eine Studie schwedischer Forscher im renommierten Magazin “Nature Climate Change”, die behaupteten, dass sich die Todeszahlen durch Hitzewellen in den letzten 30 Jahren verdoppelt haben – eine Studie, die wunderbar in die Hiobsbotschaften über den Klimawandel passt und deswegen entsprechend in der Presse viel zitiert wurde.

Sonne und AutoDoch drei US-amerikanische, kritische Klimaforscher haben der Studie auf den Zahn gefühlt und einige Ungereimtheiten gefunden. In dem ebenfalls in “Nature Climate Change” veröffentlichten Kommentar wird bemängelt, dass zum einen nicht berücksichtigt wurde, dass die Menschen Anpassungsmaßnahmen gegen vermehrte Hitzewellen ergreifen. Zum anderen sind die beobachteten Änderungen im Klima von Stockholm nicht zwangsläufig auf den Klimawandel zurückzuführen.

Die Variabilität des dortigen lokalen Klimas wird neben der Globalen Erwärmung von mindestens zwei weiteren Faktoren beeinflusst: von der Atlantischen Multidekalen Oszillation (AMO), einem atmosphärischen Zirkulationsmuster, sowie von der Urbanisierung der Stadt Stockholm, die zu einer Verstärkung des Wärmeinseleffektes führt.

Berücksichtigt man diese Tatsachen sowie durch häufigere Hitzewellen ausgelöste Anpassungsmaßnahmen wie den verstärkten Einsatz von Klimaanlagen, Veränderungen im Verhalten der Menschen, bessere medizinische Betreuung, Gebäudeisolation und anderes, ergibt sich, dass diese Maßnahmen über die Jahre die körperlichen Belastungen durch Hitzewellen deutlich reduziert haben. Die Mortalitätsraten sind im Vergleich zum Beginn des 20. Jahrhunderts um den Faktor 4 gesunken.

Insgesamt betrachtet, übersteigen die Folgen der Anpassungsmaßnahmen sogar die Folgen der Zunahme von Hitzewellen, die Anzahl der Toten durch Hitzewellen nimmt also ab. Man kann hier sogar von einem positiven Effekt der Globalen Erwärmung sprechen, denn ohne die Zunahme von Hitzewellen wären kaum Anpassungsmaßnahmen ergriffen worden.