Neue Studie: Golfstrom schwächelt

Einer neuen Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zufolge ist der Golfstrom in den letzten Jahrzehnten langsamer geworden. Diese Studie basiert zwar nicht direkt auf Messwerten der Meeresströmungen im Atlantik, sondern kommt indirekt aus Temperaturdaten zu diesem Schluss. Sie ist aber konsistent mit aktuellen Messungen.

Der Golfstrom ist Teil der Atlantischen meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC), eines Systems von Meeresströmungen im Nordatlantik (siehe Abbildung oben, Quelle: J. A. Chruch, Science 317, 908 (2007)). Die Studie des PIK kommt zu dem Ergebnis, dass diese Strömung seit Mitte des 20. Jahrhunderts um etwa 15 Prozent langsamer geworden ist. Eine Verlangsamung des Golfstroms könnte für Europa kältere Winter bewirken.

Die Studie schließt von den Temperaturverhältnissen an der Meeresoberfläche mit Hilfe eines hochaufgelösten Klimamodells auf die Strömungsverhältnisse im Atlantik. Die beobachtete Abkühlung im subpolaren Atlantik und die Erwärmung in der Golfstromregion kann dem Modell zufolge, nur durch die Verlangsamung der Meeresströmung als Reaktion auf die steigende Konzentrationen von Kohlendioxid in der Atmosphäre erklärt werden.

Direkte Messungen der Meeresströmung im Rahmen des RAPID-Projektes bestätigen die Ergebnisse der Studie. Seit 2004 wird die Strömungsgeschwindigkeit im Atlantik entlang des Breitengrades 26°N gemessen. Auch diese Daten zeigen einen allmählichen Rückgang der Fließgeschwindigkeit um etwa 1,5% pro Jahr. Dies ist deutlich mehr als die meisten Klimamodelle vorhersagen.


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