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22 Jan 12 |
Artenvielfalt sinkt bedrohlich stark Forschung, Klimawandel
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In der letzten Woche trafen sich 100 europäische Wissenschaftler und Politiker an der Universität Kopenhagen, um die Organisation eines neuen UN-Rates zur Artenvielfalt zu organisieren. Dieser “UN Intergovernmental Panel for Biodiversity and Ecosystem Services”, kurz IPBES soll ein Pendant zum UN-Klimarat IPCC sein.
Warum einen UN-Rat zur Artenvielfalt? Nach Angaben von Forschern der Universität Kopenhagen sterben derzeit Tierarten 100 bis 1000 mal schneller aus als auf natürlichem Wege. Einen so starken Rückgang der Artenvielfalt gab es bisher fünf mal in der Erdgeschichte. Das letzte Mal war dies der Fall vor 65 Millionen Jahren als die Dinosaurier und viele andere Tiere von der Bildfläche verschwanden.
Alle bisherigen Ereignisse massenhaften Aussterbens waren Folge von globale Veränderungen des Klimas oder in der Zusammensetzung der Atmosphäre, die wiederum von Asteroideneinschlägen oder Vulkanausbrüchen verursacht wurden. Das derzeitige sechste massenhafte Aussterben ist jedoch eine Folge des Konkurrenzkampfes um natürliche Ressourcen zwischen einer Spezies - dem Menschen - und den anderen Lebewesen auf der Erde.
Das Hauptproblem dabei ist, dass der Mensch sich immer weiter ausbreitet, sodass der Lebensraum der Tiere mehr und mehr eingeengt wird, auch wenn es Ausnahmen wie zum Beispiel den Zürichsee gibt, wo die Artenvielfalt derzeit zunimmt. Gleichzeitig wirkt auch der Klimawandel meist nachteilig auf den Lebensraum der Tiere ein. Die Forscher befürchten, dass die Verkleinerung der Ökosysteme und der Rückgang der Artenvielfalt größere Auswirkungen auf den Lebensstandard des Menschen haben könnte als der Klimawandel. Der neue UN-Rat zur Artenvielfalt (IPBES) soll helfen, das Bewusstsein für dieses Problem global zu schärfen.
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14 Jan 12 |
Kältere Winter durch wärmere Sommer? Forschung, Klimawandel
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Forscher des US-amerikanischen Unternehmens “Atmospheric and Environmental Research” (AER) sowie der University of Massachusetts und der University of Alaska, Fairbanks haben eine mögliche Erklärung über das gehäufte Auftreten schneereicher und kalter Winter in den letzten Jahren gefunden.
Der Sommer und auch der Herbst ist in den polaren Regionen inzwischen deutlich wärmer als früher. Beobachtungsdaten zeigen, dass dadurch auch das Meereis deutlich stärker schmilzt als früher. Höhere Temperaturen und weniger Meereis führen zu einem höheren Feuchtegehalt in der arktischen Atmosphäre. Damit steigt auch die Tendenz zu stärkeren Schneefällen in den Regionen, die normalerweise wenig Schnee abbekommen, wie zum Beispiel im nördlichen Russland.
Die Forscher fanden dementsprechend auch eine Zunahme der Schneebedeckung in Eurasien in den letzten 20 Jahren. Diese Zunahme der Schneebedeckung hat höchstwahrscheinlich eine Veränderung der sogenannten Arktischen Oszillation (AO) zur Folge, die dadurch länger als normal in einer “negativen Phase” verbleibt.
Das bedeutet, dass sich in den arktischen Regionen längere Zeit Hochdruckgebiete halten können, die kalte Luft in mittlere Breiten, also zum Beispiel nach Europa befördern können. Die Globale Erwärmung kann also regional und zeitlich begrenzt zur Abkühlung führen. Die zeitlich und räumlich variable Schneebedeckung spielt somit eine sehr große Rolle sowohl bei der Klimamodellierung als auch bei der langfristigen Winterprognose.
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10 Jan 12 |
Golfstrom für mehrere Jahre vorhersagbar Forschung, Klimawandel
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Forscher des Max-Planck-Institut für Meteorologie und der Universität Hamburg haben erstmals erfolgreich über mehrere Jahre hinweg die sogenannte Atlantische Meridionale Umwälzbewegung (AMOC) simuliert. Dieser Ozeanzirkulation gehört auch der Golfstrom an, der für die Witterung in Europa eine wichtige Bedeutung hat.
Die folgende Abbildung zeigt die Meeresströmung im Atlantik (Quelle: J. A. Chruch, Science 317, 908 (2007)):

Vor Florida beginnt der Golfstrom, der nahe der Meeresoberfläche warmes Wasser in Richtung Island befördert. Auf dem Nordatlantik teilt er sich dann in drei Zweige. Dabei sinkt vor Grönland kaltes Wasser in die Tiefe ab, das dann nach Süden fließt. Seit dem Jahre 2004 wird in 26,5° nördlicher Breite zwischen den Bahamas und der afrikanischen Küste an 19 Messpunkten von der Wasseroberfläche bis zum Boden die Meeresströmung vermessen.
Mit diesen Messwerten konnten jetzt erstmals retrospektive Ensemble-Vorhersagen (”Hindcast”) für die Jahre 2004-2007, jeweils beginnend im Januar, überprüft werden. Das Ergebnis: Für die ersten 4 Vorhersagejahre stimmen die Modellrechnungen immer recht gut mit den den Messwerten überein, auch der vorübergehend schwächelnde Golfstrom im März 2010 wurde simuliert. Das Modell ist somit auch geeignet, eine Vorhersage der atlantischen Ozeanzirkulation für mehrere Jahre im Voraus zu berechnen: Bis zum Jahre 2015 zeigt das Modell einen stabilen Golfstrom.
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