Kryptowährungen schlecht für das Klima

Die Kryptowährung Bitcoin hat in den letzten Monaten zeitweise mehr als 1500 Prozent an Wert gewonnen verglichen zum Jahresanfang 2017. Inzwischen hat der Bitcoin wieder deutlich an Wert eingebüßt, eine Blase droht zu platzen. Doch andere Kryptowährungen wie Ethereum oder Litecoin sind ebenfalls im Aufwind. Doch dieser Boom ist gar nicht gut für die Umwelt.

Anders als Euro und Dollar sind Kryptowährungen virtuell und nicht an eine Zentralbank gebunden. Stattdessen werden diese von Computern in großen Rechenzentren durch ein kompliziertes Rechenverfahren gewonnen, auch „Mining“ genannt. Dabei werden riesige Mengen an Energie verbraucht. Beim Bitcoin waren das im Jahr 2017 etwa 32 Terawatt Energie, soviel wie über drei Millionen Haushalte in den USA verbrauchen. Dabei wurden über 20 Millionen Tonnen Kohlendioixd in die Atmosphäre geblasen. Dies geht aus dem Bitcoin Energy Consumption Index hervor.

Noch beunruhigender ist, dass der Energiebedarf explodieren wird. Bei jeder Bitcoin-Transaktion müssen immer kompliziertere mathematische Probleme vom Computer gelöst werden. Das ergibt sich aus dem Funktionsprinzip der Kryptowährung. Nach Expertenprognosen könnte der Stromverbrauch ohne wesentliche Veränderungen bei der Verarbeitung der Bitcoin-Transaktionen bis Mitte 2019 auf das Niveau des gesamten Stromverbrauchs der USA steigen. Schon ein halbes Jahr später könnte diese Nachfrage dem weltweiten Stromverbrauch entsprechen.

Heutzutage werden die meisten Bitcoins in China erstellt. Hier sind Strom und Land besonders billig. Dabei stammt ein Großteil der Energie von ineffizienten Kohlekraftwerken, die in Erwartung großer Bauprojekte gebaut wurden, die nie stattgefunden haben, so die Forscher. Westliche Bitcoin-Rechenzentrum wie HydroMiner in Wien nutzen dagegen erneuerbare Energiequellen wie Wasserkraft. Der Handel von Bitcoin-Derivaten an den Börsen dürfte zu einem regen Interesse seitens der großen, professionellen Vermögensverwalter führen, die bisher auf diesem Gebiet wenig aktiv waren. Eine höhere Nachfrage nach der digitalen Währung wird den Energieverbrauch weiter erhöhen und für Klimawandel nicht gerade nützlich sein.

Quelle Grafik: finanzen.net


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