Das Geheimnis der hellen Nächte

In historischen Überlieferungen, die bis ins erste Jahrhundert zurückreichen, haben Wissenschaftler, Philosophen und andere Menschen gelegentlich über das Auftreten von sogenannten „hellen Nächten“ berichtet, eine bisher unerklärliche Aufhellung des Nachthimmels, die es sogar ermöglicht, Zeitung zu lesen. Forscher der York University in Toronto, Canada haben nur vermutlich die Ursache dafür gefunden.

Diese schwache Leuchten kann auch von der Internationalen Raumstation ISS aus als grünlicher Schleier gesehen werden, der sich etwa 95 Kilometer über der Erdoberfläche befindet (siehe Foto, Quelle: NASA). Dieses Leuchten wird durch Emissionen bei chemischen Reaktionen in der oberen Atmosphäre verursacht. Das Grün tritt auf, wenn Sonnenlicht molekularen Sauerstoff in einzelne Sauerstoffatome zerlegt. Wenn sich die Atome wieder verbinden, geben sie die überschüssige Energie als Photonen im grünen Bereich des sichtbaren Lichtspektrums ab und geben dem Himmel eine grünliche Färbung.

Die Forscher fanden, dass die Intensität dieses Leuchtens mit den Bergen und Tälern der Zonenwellen zusammenhängt. Das sind Wellen, die in der oberen Atmosphäre auftreten, den Globus umkreisen und von Wetter beeinflusst werden. Hohe Wellenberge waren mit einem hellem Leuchten verbunden, das an einem bestimmten Ort mehrere Nächte beobachtet werden konnte. Diese Ereignisse waren vier bis zehnmal heller als der normale Nachthimmel.

Aus ihren Daten schätzen die Forscher, dass helle Nächte an einem bestimmten Ort nur einmal pro Jahr auftreten. Dies bezieht sich auf einen Beobachter, der sich an einem abgelegenen Ort bei einer klaren, mondlosen Nacht befindet. Global gesehen tritt eine helle Nacht irgendwo auf der Erde in verschiedenen Längen in etwa 7 Prozent der Nächte auf.

Das Auftreten einer hellen Nacht lässt sich derzeit noch nicht vorhersagen. Dazu müssten die Zonalwellen in der oberen Atmosphäre kontinuierlich überwacht werden, um berechnen zu können, wann sich diese zu besonders hohen Wellenbergen überlagern.


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