Erneuerbare Energien weltweit auf Rekordkurs

Im Jahr 2016 wurden weltweit mehr neue Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien installiert als im Vorjahr, das ist einem aktuellen Bericht des FS-UNEP Collaboration Centres zu entnehmen. Andererseits gehen aber die Investitionen in erneuerbare Energie in mehreren großen Ländern zurück. Dies hängt vor allem mit den sinkenden Kosten für Solar- und Windenergie zusammen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr weltweit 138,5 Gigawatt Anlagen zur Erzeugung von Energie aus Wind, Sonnenenergie, Biomasse und anderen erneuerbaren Quellen installiert. Das ist ein Anstieg von 8 Prozent gegenüber 2015. Damit fallen 55 Prozent aller neu installierten Anlagen zur Energieerzeugung auf Ökoenergie. Das ist der höchste Anteil aller Zeiten und das zweite Jahr in Folge, in dem erneuerbare Energien die Mehrheit der Neuinstallationen ausmachten.

Die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien sanken aber um 23 Prozent. Doch das ist teilweise die Folge guter Nachrichten: Die Kosten der Installation sind nämlich rückläufig, für Windkraftanlagen an Land und Offshore sowie für Solaranlagen fielen diese um mindestens 10% im Vergleich zu 2015.

In einigen Ländern gab es aber andere Gründe für den Rückgang der Investitionen. So wurden in China nach 11 aufeinanderfolgenden Jahren mit steigenden Ausgaben im Jahr 2016 erstmals 32 Prozent weniger für erneuerbare Energien ausgegeben als im Vorjahr. Ein Grund ist der Strombedarf, der nicht so stark wie erwartet gewachsen ist. Außerdem ist das Leitungsnetz dem schnellen Anstieg der erneuerbaren Energien nicht gewachsen.

Die Investitionen in den Entwicklungsländern sanken um insgesamt 37 Prozent, wobei es große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt. In Mexiko, Chile, Uruguay, Südafrika und Marokko waren es 60 Prozent oder mehr. Einige Projekte hatten Finanzierungsprobleme, andere litten an Verzögerungen oder Politikwechsel setzten andere Prioritäten.

In einigen Ländern stiegen auch die Investitionen deutlich. So wurden in Jordanien 1,2 Milliarden US-Dollar investiert, ein Anstieg gegenüber 2015 um 148 Prozent. In Indien blieben die Investitionen konstant bei 9,7 Milliarden US-Dollar. In den USA sanken diese um 10 Prozent. Diese ist aber nicht auf die Wahl Donald Trumps zurückzuführen, sondern nach einem starken Anstieg im Vorjahr aufgrund von Steuererleichterungen erwartet worden.

Experten erwarten trotz Trumps Kohlepolitik keinen Einbruch bei den Investitionen in erneuerbare Energien in den USA, da in den letzen Jahren Wind- und Solarenergie massiv an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen haben. Sie konkurrieren jetzt an vielen Orten mit Kohle und Erdgas.

 


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